Bericht einer langen Zeit (November – Februar)

Ohje ist eine lange Zeit vergangen, seitdem ich das letzte Mal etwas hier her geschrieben habe. Nun ja es ist einiges passiert und da ich nicht auf alles einzeln gehen möchte/kann werde ich nur kurz auf ein paar Sachen eingehen.

Ende November hatten wir das erste Zwischenseminar und da an dem Freitag darauf Feiertag war haben wir 6 aus Porto-Novo uns für einen Kurztrip entschieden. Also wohin? Ouidah, Abomey oder Grand-Popo. Nach einer anstrengenden Woche, haben wir uns für das relaxen am Strand, also für Grand-Popo entschieden. Donnerstag früh sind wir dorthin, wo die Taxis abfahren, haben uns ein Taxi (also ein alter Peugeot 504 Kombi) gemietet und sind alle zusammen für umgerechnet 22€, 3 Stunden lang nach Grand-Popo gefahren. Für die Übernachtung wollten wir nicht viel zahlen und haben uns für das Zelten entschieden, welches bei einer Reggaebar möglich war. Gesagt getan angekommen, haben wir uns einfach nur ans Meer gesetzt, relaxt und die Sonne genossen. Ab und zu sind wir ins Meer gehüpft, aber nicht wirklich zum Schwimmen sondern eher um in die Wellen hinein zu springen und von ihr mitgetragen zu werden. Das Meer ist richtig heftig und kraftvoll. Das Wasser schmeißt dich hin und die Welle trägt dich 10-15 Meter an die Küste. Aber wenn man vorsichtig ist und weiß damit umzugehen, passiert das selten und es macht so richtig Spaß. hinausschwimmen sollte man nicht, da einen das Meer hinein zieht und das auch mit einer enormen Kraft. Man sagt der Strand von Grand-Popo sei einer der schönsten von Benin und ich glaube sie haben Recht. Voll mit Palmen, breite Küste und Muscheln ist er echt richtig schön. Abends waren wir dann öfter was trinken und haben einfach relaxt. War ein verdammt cooles und heißes Wochenende!

Nun Anfang November habe ich eine wunderschöne Pirogentour (meine 3.) in Adjarra (bei mir in der Nähe) auf dem „Rivière noire“ gemacht. Es ist ein wahres Naturerlebnis: Der Einstieg allein ist schon ein Hingucker, da alles so richtig naturbelassen ist. Der Fluss und die Tour selber bieten einfach nur ein wunderschönes Landschaftsbild: der schmale Fluss (teilweise 2m breit), viele Palmen, viel grün und Tiere (die auch ihre Laute von sich geben). Teil der Tour ist es auch, die Herstellung von Sodabi (Palmenschnaps) und Palmenöl zu sehen. Dafür geht man kurz an Land. Es war zwar eine echt kurze Tour, aber wegen der Landschaft absolut lohnenswert!!!

Nun ja, 2 Wochen später ging es dann für mich nach Deutschland (Heimaturlaub). Es war richtig angenehm aus der Hitze in die richtig eisige Kälte zu kommen (Temperaturunterschied 50°C). Mal etwas Abwechslung ;-) ! Auf die Zeit in Deutschland möchte ich jetzt aber eigentlich nicht eingehen, da es schließlich ein Blog über Benin ist.

In Benin wieder angekommen musste ich mich erst wieder an das feucht-tropische Klima gewöhnen. Das ganze ist mir dieses Mal viel krasser bewusst geworden. Das Atmen fällt einem viel schwerer und die Luft riecht auch irgendwie ganz anders. Also musste ich mir die ersten Tropfen von der Stirn wischen. Aber was kann man auch anderes erwarten bei einer Temperatur von über 30°C und einer Luftfeuchtigkeit (was noch viel schlimmer ist) von teilweise bis zu 90%!

Zurück in Porto-Novo konnte ich dann in unsere neue Unterkunft einziehen, unser „Luxus-Apartment“. Natürlich würdet ihr das in Deutschland wohl nicht so ansehen, aber was meine Unterkunft in Benin betrifft, habe ich nun mal ein ganz anderes Bild kennen gelernt, da man doch so einiges sieht und sehen muss wie die Menschen hier leben. Wir haben: Küche mit Gasherd und Waschbecken, ein großes Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer, sogar mit zwei Bädern (die sogar mit Waschbecken, Regalen, Klopapierrollenhalter und Handtuchhaltern ausgestattet sind). Alle nebenbei erwähnten Ausstattungselemente klingen für euch selbstverständlich? Dann schaut euch mal einen normalen Haushalt hier an. Ich empfinde es unter beninischen Aspekten als Luxus! Das schöne ist, dass eine Wendeltreppe auf das Dach führt und wir sozusagen eine Dachterrasse haben. Auch vor unserer Haustür ist eine Art Veranda. Kurz gesagt, das Haus ist für hier super. Euch wird zwar die Farbe nicht gefallen, aber auch das ist beninische Art: Man streicht nur selten und auch nur wenn Geld da ist. Mittlerweile haben wir uns auch schon selber mit vielen Dingen eingedeckt: Wohnzimmergarnitur, Vorhänge, Moskitostangen an den Betten, Wasserfilter usw. Unsere Nachfolger werden also stark von uns profitieren und müssen sich vieles nicht mehr kaufen.

Soviel ist jetzt seit meiner Ankunft nicht passiert, zumindest nichts was es groß zu erwähnen gebe. Betrachtet einfach noch die Bilder!

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24. Oktober – Bootstour nach Aguégué

Da uns der Entwicklungshelfer Sebastian mit eingeladen hat eine Bootstour nach Aguégué zu machen, haben wir ihn nur zu gerne begleitet.
Der Weg dorthin? Ein richtig naturbelassener Fluss (manchmal auch eher See) mit vielen Pflanzen, Bäumen, Fischernetzen und kleinen Fischerhüttchen. Sehr idyllisch und schön. Immer mal wieder fährt an einem, eine Piroge, besetzt mit Menschen, Sand oder anderen „Produkten“ vorbei. Oft folgt ein richtig freundlicher Gruß die den Yovos gilt, aber oft auch dem schwarzen „Kapitän“.

In Aguégué folgen beeindruckende Bilder: Eine Stadt, auf dem Wasser errichtet, mit Hütten aus Holz, Stelzen und Stroh. Teilweise sind die Hütten richtig alt und zerbrechlich, teilweise ragen aber auch schon kleine Betonbauten aus dem Wasser hervor. Das Fortbewegungsmittel ist immer eine Piroge (nur sehr selten mit Motor) oder man schwimmt. Die Dusche ist das Wasser und die Toilette? Leider ebenso das Wasser. Zwar gibt es Latrinen, die von der japanischen Regierung gestiftet worden sind, werden aber kaum genutzt. Dennoch hat die Stadt Einrichtungen wie andere auch: Schulen, Kirchen und Moscheen, alles vorhanden. Genau so wie eine Stromleitung, die manche Häuser mit Elektrizität versorgt.

Die Menschen sind sehr freundlich und winken. Manche werden jedoch aggressiv, sobald man die Kamera in die Hand nimmt, andere wiederum lächeln und winken für das Bild. Es war alles richtig interessant und beeindruckend. Mal wieder Sachen, die für uns in Europa unvorstellbar wären, vor allem die Hygienebedingungen. Dennoch schwimmt nichts im Wasser herum und riechen tut es auch nicht eklig.
Der Heimweg war ein Naturschauspiel von ruhigem Wasser, naturbelassener Umgebung und dem Sonnenuntergang.

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Have you ever seen the rain? / Der Yovo-Effekt / extrem heiße Eichhörnchen und das 1:0

Ja, mit dieser dreiteiligen Überschrift möchte ich euch mein vergangenes Wochenende (10. + 11. Oktober) und die Tage davor beschreiben. Wenn ihr den Hintergrund dazu erfahren möchtet, dann müsst ihr euch jetzt durch den weiteren Text „quälen“.

Nun ja, dann frage ich euch also, habt ihr wirklich schon einmal den Regen gesehen? Ihr werdet sicherlich sagen, na klar und natürlich habt ihr auch recht. Nun, jetzt kommt aber das berühmt berüchtigte „aber“. Also: aber, habt ihr ihn schon einmal so gesehen, dass es richtig lange, richtige heftig regnet und es so stark auf das Dach prasselt, dass du den Menschen, der 2 Meter von dir weg sitzt nicht mehr richtig verstehst, sodass ihr den MP3-Player in euren Ohren nicht mehr hört (gut das mag auch etwas durch die Konstruktion des Hauses bedingt sein)? Sodass, danach die Sandstraße unter Wasser steht und du bei deinem Weg nach Hause umdrehen musst, weil der „See“ auf der Straße zu groß ist und von der einen Seite zur Anderen, ja sogar darüber hinaus auf die Wiese reicht?! Nun ja, ich bin sicher ihr habt irgendwann den Regen schon einmal so in seiner Intensität erlebt, aber wer weiß, ob über so eine lange Zeit. Denn nun zur Erklärung. Mittlerweile sind wir in der kleinen Regenzeit angelangt. Es regnet zwar nicht jeden Tag, aber schon so alle 2-3 Tage und wenn es regnet, dann eben richtig heftig und lange (mind. 1 Stunde)! Die Straßen sind dann richtig überflutet, da es eben fast nur Sandstraßen sind (wie auf dem Bild zu erkennen, wobei es dort noch angenehm ist). Aber auf den Straßen, auch wie auf dem Bild fahren wir immer noch Motorrad ;-) ! Ist dann eine Slalomfahrt: rechts und links, auf und ab manchmal auch n. Abends ging es dann relativ spontan auf ein Konzert, von einem richtigeneinfach gerade durch das Wasser durch. Aber irgendwie macht das ja auch Spaß. Nun ja, so war es die gesamte letzte Woche.

Jetzt zum Wochenende und also zu den anderen Überschriften. Samstagmittag bin ich nach Cotonou gefahren um mich mit einem Beniner zu treffen, da ich mit ihm am Sonntag ins Stadion gehen wollte. Zum WM-Qualifikationsspiel zwischen Benin und Ghana. Natürlich war ich mit nichts ausgestattet und so kann ein „richtiger“ Fan von Benin natürlich nicht „sein“ Team unterstützen. Also, der erste Gang am Samstag ging auf den Markt um sich das Benintrikot zu besorgen und natürlich eine Fahne von Benin. Ausgestattet mit einem neuen Trikot verlief der Nachmittag recht legere. Geredet, Bier getrunken, den Beninern Cuba libre gezeigt, der deutschen Juniorennationalmannschaft im Fernsehen zu gesehen, essen und relaxt auf dem Sofa sitze beninischen Star und hinter Angelique Kidjo der bekannteste beninische Sänger: Danialou SAGBOHAN. Mit Sicherheit wohl jedem ein Begriff, naja oder auch nicht ;-) …. In Frankreich aber anscheinend sehr bekannt. Selbstverständlich war es ein Freiluftkonzert in der Nähe vom Meer. Leider sind wir zu spät gekommen und es wurde niemand mehr in den Innenbereich hineingelassen, sodass wir weit von der Bühne wegstanden und nur die Musik hörten. Naja, das hat uns natürlich nicht ausgereicht. Wenn ich mal eine „Größe“ sehe, dann aber richtig. Nun ja also einfach zu den Sicherheitsleuten mit meinem Kumpel hin, diskutiert, gesagt, dass wir leider etwas zu spät gekommen sind, aber gerne hinein möchten. Nun ja, die Sicherheitsleute haben unter einander diskutiert und dauerhaft das Wort Yovo benutzt. Der aufmerksame Blog-Leser kennt selbstverständlich jetzt den Sinn dieses Worts. Sie haben diskutiert und uns letztendlich rein gelassen, da man den Yovo doch nicht einfach draußen stehen lassen kann. Ich habe es liebevoll den Yovo-Effekt getauft, dem einem doch einiges ermöglicht! Das Konzert war wirklich richtig gut. Sagbohan ist richtig talentiert, wechselt dauerhaft sein Instrument und singt richtig gut. War richtig, richtig gut. Nachdem Konzert ging’s noch mit ein paar Beninern in eine Bar um noch ein paar Bier zu sich zu nehmen und letztendlich um halb 4 todmüde ins Bett zu fallen.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Fußballs. Um 9 Uhr aufgestanden, schnell gefrühstückt (Reis) und zum Stadion um noch an ein Ticket zu gelangen. Das Ticket hat letztendlich 2000 Francs (ca. 3€) gekostet und war die zweitbeste Kategorie. Ausgestattet mit einem Benintrikot hat man ganz schnell quasi alle Beniner als Freunde. Richtig viele die mir über den Weg gelaufen sind, haben mir die Hand gegeben, haben mir gewunken, haben mir den Daumen hoch gezeigt und sich einfach nur gefreut, dass ich Benin unterstütze. Manche haben gesagt, dass wegen mir Benin gewinnen wird :-D ! In der Nähe des Stadions sind wir einer Gruppe Zemfahren über den Weg gelaufen. Sie saßen gemütlich zusammen und haben gesehen, dass ich gerade ein Foto gemacht hatte. Sie wollten, dass ich auch eines von ihnen mache (kam mir gerade recht) und haben gesagt, ich sollte den Tee probieren, der direkt neben ihnen verkauft wird. Wir natürlich hin, probiert und ich hole das Geld raus um zu bezahlen. Zu meiner Verwunderung haben die Zemfahrer (die sonst richtig knausrig mit dem Geld sind und oft sehr unfreundlich) mich eingeladen mit der Begründung: Ein Yovo mit einem Benintrikot muss man einladen (könnte man wohl als Yovo-Effekt Teil II bezeichnen). Da es natürlich nur bestimmte Sitzbereich gibt und keine reservierten Plätze, sind wir schon um 13Uhr 30 ins Stadion gegangen. Das Spiel begann um 16 Uhr. Und obwohl ich euch ja gerade noch von richtig starkem Regen erzählt habe, war es an diesem Tag so richtig heiß und keine Wolke am Himmel. Das Wetter ist gerade sehr wechselhaft. An einem Tag regnet es so richtig heftig, am nächsten Tag ist es richtig heiß und evtl. schwül. Aber egal ob Regen oder nicht, sehr warm ist es trotzdem und erstaunlicherweise doch immer angenehm. Außer zu Hause habe ich nie eine kurze Hose an, da es in Benin nicht üblich ist. Ihr sagt, ihr würdet eingehen bei Tagen mit über 40°C im Schatten und langer Hose? Hätte ich wohl vor 2 Monaten auch gesagt. Aber man gewöhnt sich eben an so einiges. So dies war mal wieder ein Ausflug in die Bereiche des Wetters, was aber auch zur Erklärung der dritten Überschrift dient ;-) ! Also angekommen im Stadion mussten wir noch 2 ½ Stunden auf Steinboden (welche als Sitze dienen) verbringen bis das Spiel anfing. Und nach einer Weile in der knalligen Sonne wurde sie doch irgendwann richtig stechend. Es war einfach nur heiß, kaum Wind und man saß einfach nur da ohne etwas zu tun. Kam man schon ins schwitzen kommen, denn eine Überdachung gibt es nicht… 16 Uhr ging es letztlich los, die Temperatur immer noch sehr heiß. Das Spiel selber war gar nicht so interessant, der afrikanische Fußball ist doch sehr langsam. Die Stimmung und die Umgebung im Stadion dafür viel besser. Überall afrikanische Trommeln, afrikanische Rhythmen, Gesang und einfach nur richtig viele nette Beniner. Die Stimmung war einmalig! Bei jedem Schuss auf’s Tor sind alle im Stadion ausgerastet und haben sich gegenseitig animiert. Als dann in der Nachspielzeit das 1:0 für Benin fiel und das Spiel entschieden war, war die Stimmung am Überkochen. Man konnte nicht mehr gerade stehen, v.a. ich als Weißer wurde hin und her gestoßen, von allen Seiten umarmt (Yovo-Effekt Teil III), Geschrei, weiterhin Getrommel. Und das danach richtig, richtig lange. Einfach ein tolles Erlebnis. Doch einfach etwas anders wie bei uns! Leider konnte Benin es so oder so nicht mehr in die WM schaffen, aber mit dem Sieg gegen Ghana haben sich les écureuils (so werden die Beniner Fußballer genannt, was so viel wie Eichhörnchen heißt) für die Afrikameisterschaften im Januar 2010 qualifiziert (wer jetzt kombiniert hat auch die dritte Überschrift verstanden). Das war’s jetzt zum Wochenende.

Da der Eintrag jetzt eh schon so lange ist, kann ich auch noch etwas Allgemeines hinzufügen ;-) ! Mittlerweile hat das Schuljahr für die Kinder angefangen und Almut und ich sind richtige Lehrer am Collège geworden. Zum einen richtige Lehrer für Informatik (wobei uns immer noch die PCs fehlen) und dann für Übungsstunden in Englisch. Ich glaube, dass jede Übungsstunde, die wir mit ihnen in Englisch machen, besser ist als jede Unterrichtsstunde, da die Lehrer echt schlecht sind (mit Ausnahmen). Sie machen viele Fehler und die Kinder lernen es natürlich auch falsch. Manche können in der vorletzten Klasse nicht einmal einen richtigen englischen Satz bauen. Naja Informatik ist weiterhin nur Theorie. Das müssen wir jetzt 9 Monate durchziehen. Weiß noch nicht genau wie ich das genau machen werde, aber wie sagt der Beniner „On verra“ (wir werden sehen). Aber wir hatten eine Idee. Wir werden Firmen in Deutschland, Frankreich und so anschreiben, ob sie nicht alte Laptops haben, die sie uns senden können. Transportkosten würden wir organisieren, sodass die Firmen ohne Kosten ihre alten Laptops entsorgen können und dabei noch was Gutes tun. Wir werden alles versuchen um das hinzubekommen.

Naja sonst, haben wir uns so langsam echt eingelebt. Die Wäsche wird weiterhin von Hand mit kaltem Wasser und einem Stück Seife gewaschen. Wir essen viel beninisch. Was sich teilweise echt eklig anhört aber gar nicht so schlimm ist. Ich habe beispielsweise schon Feldratte gegessen. Andere aber auch schon Eichhörnchen (also mal wieder Teil II einer Überschrift: extrem heiße Eichhörnchen), Taube und was weiß ich, was ich noch entdecken werde. Grevetten in Saucen esse ich mittlerweile mit Haut, Fühlern und Kopf. Vom Fisch wirklich jede Gräte und die Haut zu entfernen wird eh viel zu überbewertet und verschiedene Innereien sind schließlich auch zum Essen da ;-) ! Und es schmeckt trotzdem lecker. Eigentlich sagt man ja, man soll einen Text mit etwas Schönem aufhören, aber da der Eintrag eh schon viel zu lang geworden ist. Dürft ihr euch jetzt weiterhin mit dem Ende ekeln.

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2. – 3. Oktober

Ein Tag früher, wie man eigentlich feiern sollte, hat uns der Botschafter zu sich in die Residenz zur Feier zum 3. Oktober eingeladen.

Aufgrund der Feier haben wir den Freitagnachmittag frei genommen und haben uns auf den Weg nach Cotonou gemacht. Alle haben eine richtig schöne persönliche Einladung bekommen, die wir aber am Eingang abgeben mussten. Das Sicherheitsaufkommen war enorm. Es wurde die ganze Straße vor der Residenz gesperrt, überall wimmelte es an Militär, Polizei und deren Fahrzeugen.

In der Residenz selber, wimmelte es an Leuten in Anzügen, wichtigen Ministern, allgemein wichtigen Menschen und sicherlich „genau so“ wichtigen weltwärts- Freiwilligen  (insg. 27). Alle, in Benin wohnende Deutsche waren eingeladen, Menschen, die mit Deutschland zusammenarbeiten und andere wichtige Beniner.   Innen begrüßte uns ein enormer Garten des Botschafters auf dem Zelte, mehrere Essens- und Getränkestände aufgebaut waren. Angeboten wurden Nürnberger Würstchen, Fleischkäse, Flensburger Bier, Pfälzer Wein und verschiedene Softdrinks und beninisches Bier. Selbstverständlich alles umsonst. Eine wirkliche Feier wurde daraus nicht wirklich, da sich die meisten relativ früh verabschiedeten und auch der Ablaufplan des Botschafters keine Getränkeausgabe nach 22 Uhr 30 mehr vor sah. Das hängt aber anscheinend immer vom Botschafter selber ab. Es gab auch schon Feiern, bei denen es bis 3 Uhr morgens ging. Hat uns etwas enttäuscht. Aber immerhin haben wir den 3. Oktober mal in irgendeiner Weiße gefeiert, was wir in Deutschland noch nie gemacht haben.

Als wir dann, als so ziemlich die Letzten, die Residenz verlassen haben liefen wir die gesperrte Straße ab (welche jeden Abend ab 21 Uhr gesperrt wird, da sich das beninische Regierungsgebäude in der Nähe befindet).  Als wir am beninischen Regierungsgebäude vorbei liefen, trafen wir auf Militärsperren mit Zaun, Soldaten und (ohne Spaß) einem Panzer. Mit einer Kalaschnikow bewaffnete Männer  sprachen uns an und fragten was wir nachts auf dieser Straße zu suchen hätten. Wir erzählten ihm unseren Abendablauf, dass wir von der Residenz kommen und auf der Suche nach Zemidjans sind. Die Soldaten erklärten uns, dass wir passieren dürfen, weil wir Ausländer sind und Weiße sind. Für Schwarze wäre diese Situation echt problematisch geworden. Es wäre richtig schwer geworden, so leicht wieder rauszukommen und ehrlich gesagt, wenn sie Pech gehabt hätten, wäre es möglich, dass die Soldaten von weitem schießen….

Da der Abend ja noch jung war, sind wir nach Fidjorossè gefahren, das etwas reicherer Viertel von Cotonou, direkt am Atlantik. Haben uns noch in eine Bar begeben und ein paar Getränke zu uns genommen. Das Geschmackserlebnis des Abends war ein Gemisch aus Palmschnaps und Ingwersirup. Die Nacht verbrachten wir bei einer Entwicklungsstipendiatin, die in einem richtig schönen Haus direkt am Meer wohnt. War richtig wie Urlaub.

Den eigentlichen Tag der deutschen Einheit verbrachten wir in Cotonou auf dem größten Markt Westafrikas (Dantokpa) und später wieder am Strand. Die Wellen sind richtig heftig, aber das Wasser wirklich warm und sauber. Der Strand ist richtig breit, mit vielen Palmen versehen und absolut leer. Richtig schön! Schaut euch die Bilder dazu an!

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18. + 19. September

Als wir am Freitagabend nach Hause Aufbrechen wollten, kam der Direktor der „Jeunesse Ambition“ zu uns und meinte er hätte eine kleine Überraschung für uns. Wir sind gemeinsam mit ihm losgelaufen. Immer in Richtung unserer Wohnung, sodass wir dachten, dass er uns bis nach Hause begleiten möchte! Kurz vorher sind wir jedoch abgebogen und noch ein paar Meter weitergelaufen. Irgendwann haben wir angehalten und sind in irgendwelche Mauern hinein “geklettert”. Die nächsten Worte waren: Willkommen in eurem neuen Wohnzimmer! Dann ist es uns klar geworden. Richtig verrückt! Unsere Organisation baut tatsächlich ein Haus für Almut und mich. Es waren tatsächlich nur Mauern mit Löchern für Türen und Fenster, noch ohne Dach, aber eine Baustelle, die nur für Almut und mich ist. Irgendwie ein komisches Gefühl auf seiner “eigenen” Baustelle zu stehen, aber zugleich ein schönes! Wer kann mit 20 schon sagen, dass er eine Baustelle für sein eigenes Heim hat ;-) ! Wir haben uns den Grundriss angeschaut: Die Seitenwände stehen ja schon und wir glauben, dass es richtig schön wird! Vorne ist eine überdachte Terrasse. Das Dach der Terrasse wird mit Säulen getragen. Dahinter grenzt das Haus an und wenn man es betritt steht man im Wohnzimmer. Links vom Wohnzimmer wird die Küche sein und hinter dem Wohnzimmer grenzen zwei Schlafzimmer an. Jedes Zimmer hat sein eigenes Bad. Also richtig Luxus. Von Außen geht eine Wendeltreppe auf’s Dach, wo wir dann unsere Wäsche aufhängen können bzw. uns noch eine Art Dachterrasse einrichten können. Wir kurbeln die Bauwirtschaft Benins an! Der Bau resultiert aus dem Fehler, den die Organisation anfangs gemacht hat. Da der Direktor weiterhin Freiwille aufnehmen möchte, hat er sich für den Bau entschieden, sodass unsere Nachfolger dann nach uns das Haus beziehen können. Wir waren natürlich richtig dankbar! Am Samstag hatten wir auch noch ein lustiges Erlebnis! Unsere Organisation möchte für die Schule und das Internat ein bisschen Werbung machen, sodass sie ein Fernsehteam eingeladen haben, die eine Art Reklame für einen nationalen Sender drehen. Natürlich sollten Almut und ich als Weiße auch mit spielen. Ich habe letztendlich, so getan als würde ich den Schülern ein Mikroskop erklären. Naja, auf jeden Fall wurden wir gefilmt und werden jetzt öfters im nationalen beninischen Fernsehen zu sehen sein. Die Werbung wird 2 Wochen lang geschaltet sein. Ich werde ein Star ;-) ! Naja oder auch nicht ….

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12. + 13. September

Am Samstagmorgen sind wir gemeinsam mit dem Schulleiter der Grundschule nach Cotonou gefahren um uns ein Motorrad zu kaufen. Sind Qualitativ mit Sicherheit nicht die Besten, aber sie sind verhältnismäßig günstig. Es funktioniert gut und da es neu ist, wird das für die Zeit in der wir hier sind keine Probleme bereiten. In Deutschland bräuchte man dafür einen Motorradführerschein, aber hier in Benin ist das nicht möglich. Auch das Anmelden auf einem Amt entfällt völlig, sodass man das Teil kauft und sofort losfährt. Nach dem Kauf haben wir uns noch mit neu angekommenen Freiwilligen getroffen und uns ausgetauscht. Wir haben auch erfahren, dass zwei Freiwillige mittlerweile schon Malaria hatten und eine Typhus. Wir waren richtig froh, als wir die stinkende, verpestete und richtig stressige Stadt Cotonou wieder verließen um ins verträumte und etwas historische Porto-Novo zurückzukehren. Der Sonntag beginn, mal wieder mit einem Kirchenbesuch, da uns ein Freund, Joan, in die „Eglise Africaine du Reveil“ mitnehmen wollte. Sie war etwas moderner und schien auch reicher. Es hat ein Chor gesungen und es gab richtig viele verschieden Musikinstrumente, die den Gottesdienst begleiteten. Er wurde auf Goun gehalten, aber immer auf Französisch übersetzt. Am Ende hat sich der Pfarrer an uns gewendet. Er hat sich gefreut, dass Fremde zu Besuch sind und recht viel über uns geredet. Wir mussten sogar auf die „Bühne“ um von der Gemeinde gesehen zu werden. Joan stellte uns kurz vor und hat mich dann auch gefragt, ob ich was zu sagen hätte. Eigentlich wusste ich nicht, was ich sagen sollte, nahm dennoch aus Reflex das Mikrofon in die Hand. In der Kirche waren locker 300 Leute, wenn nicht sogar 400. Auf jeden Fall war sie sehr voll. Letztendlich habe ich mich für ihre Gastfreundschaft bedankt, habe erzählt, dass wir auch Christen sind und somit den Glauben teilen (Hier habe ich bloß am Anfang das falsche Wort verwendet, statt „foi“ habe ich croix gesagt, nachdem ich nachgefragt habe, hat die Gemeinde gelacht. War aber ein erheiterndes Lachen und nicht ein auslachen, sodass ich es selber lustig fand). Als wir aus der Kirche gingen, haben uns noch einige Menschen, v.a. Männer begrüßt. Danach sind wir mit Joan heim gegangen. Er wohnt auf einem großen Hof mit einem Haus und mehreren Lehmhütten und keinem Strom. Insgesamt wohnt er mit 10 Geschwistern, seinem Vater, seiner Mutter und der zweiten Frau des Vaters zusammen. Die Geschwister verteilen sich auf beide Frauen des Vaters. Dazu kommen noch viele weitere Familienangehörige und viele Tiere die auf dem Hof leben. Meistens schläft Joan aber in der direkten Nachbarschaft in einem Haus, in dem es auch Strom gibt. In der direkten Umgebung dieses Hofes, haben wir das erste Mal Kontakt mit Voodoo gehabt und einen solchen Tempel besucht. Überall lagen Federn, von geopferten Tieren herum und es standen verschieden Strohtürme, um die in der Regel getanzt wird. War schon interessant zu sehen. Ansonsten haben wir den Tag noch relaxt verbracht, sind etwas Essen gegangen und auf dem Heimweg von einem richtig heftigen Regenschauer erwischt worden. Wir waren pitschnass (wie auf dem Bild zu sehen ist).

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5. September

Der Morgen verlief relativ ruhig, doch irgendwann bin ich in eine Diskussion mit einer der älteren Mädchen (21) geraten. Das Thema, wie wohl nicht anders zu erwarten, der Glauben. Das ganze Wochenende steht irgendwie ganz im Zeichen der Religion und macht mir bewusst wie streng gläubig hier alle im Internat (bitte nicht für alle Beniner verallgemeinern) sind. Sie sind in der „Assemblée de Dieu“ und wirklich schlimmer als jede Liebenzeller Gemeinde! Es ging darum, wie wir unseren Glauben ausführen. Ich habe meinen Standpunkt geäußert, dass ich finde, dass jeder für sich selber entscheiden muss, ob er an etwas glaubt und an was er glaubt. Sie konnte es gar nicht verstehen und hat gemeint, es wäre meine Pflicht die Worte der Bibel zu verbreiten und zu missionieren (manche Internatskinder sind heute auch hausieren gegangen). Wir haben lange diskutiert und man hat gemerkt, dass sie alles immer nur Gott verdanken und alles mit der Bibel begründen. Man gemerkt, dass sie alles aus der Bibel Wort für Wort übertragen und sich nicht, wie die meisten von uns, kritisch damit auseinander setzen. Ich habe ihre immer gesagt, dass es wichtig ist, dass man andere Ansichten akzeptiert! Irgendwann hat es mich nur noch aufgeregt und mir ist es echt zu viel geworden. Habe dann nichts mehr groß gesagt. Ich habe mich nicht aufgeregt, weil ich ihre Art und Weise übertrieben finde, da ich das vollkommen respektiere und toleriere, wie jede andere Glaubensrichtung auch, sondern weil ich gemerkt habe, wie Intolerant sie meiner Glaubensweise gegenüber steht. Immer wenn ich ihr meine Weise erklärt habe, hat sie zwar gemeint, dass sie es verstehe, aber hat mir zugleich immer gesagt wie falsch es ist und wollte mir ihre Weise aufdrängen. Sie hat es also doch nicht verstehen wollen. Diese Intoleranz hat mich richtig geärgert. Leider sind im Internat fast alle so gläubig, sodass wir in Glaubensangelegenheiten nie auf den gleichen Nenner kommen werden, auch wenn ich ihre Weise respektiere und teilweise auch schön finde (Tanz, Getrommel, der Gesang).
Umso erholsamer war es, als wir dann an einen kleinen Bach gingen der in einem kleine See, umgeben von richtig viel grün, endet (viele nutzen ihn zur Körper- und Kleiderwäsche, da sie kein fließend Wasser daheim haben und auch nicht wissen, wie wichtig sauberes Wasser ist). Es war richtig schön dort. Danach habe ich zum ersten Mal in meinem Leben mit einem König geredet. Er ist der König des Ortes und der direkten Umgebung. Er ist gleichzeitig der Bruder von Lucien. Er war richtig nett und alle Einwohner, die ihm begegneten, haben sich vor ihm auf dem Boden verneigt.
Am Abend wollten wir dieses mal nicht wieder mit in die Kirche, sodass manche ihren Mund aufrissen und es nicht verstanden. Da wir Hunger hatten und uns hier auf dem Land nicht auskannten, sprachen wir einen jungen Mann an. Er zufälligerweise Bäcker und war gerade auf dem Weg zur Arbeit. Er hat uns begleitet, mit uns Brot gekauft und auch noch ein Bier mit getrunken. Wir haben uns nett unterhalten, sodass der Abend echt fröhlich zu Ende ging.

Ansonsten haben wir eben das Wochenende über gemerkt, dass wir auf dem Land sind. Um auf’s Klo zu gehen mussten wir aus dem Haus rausgehen und auf ein Plumpsklo gehen. Einen Wasserhahn im Haus gab es nicht, auch dazu mussten wir raus. Umgeben waren wir von viel grün und lauter Lehmhütten.

Sonntags sind wir wieder mit in die Kirche. Sie ging drei Stunden und bestand dieses Mal fast nur aus Predigten. War froh als es zu Ende war und wir heimfuhren. Die Heimfahrt war noch schlimmer wie die Hinfahrt. Sie kam mir Länger vor und dieses Mal hatte ich, obwohl wir eh schon richtig eng saßen, noch ein Kind auf dem Schoß (so wie fast jeder im Bus).

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4. September

Mittags ging es nun in die Region „Zou“, etwas nördlicher von uns. Wir begleiteten die Kinder des Internats auf einem Wochenendausflug in die Heimat des Direktors von „Jeunesse Ambition“. Die Fahrt war der Horror. Wir saßen eng gequetsch in einem kleinen Bus, welcher mit ca. 50 Leuten besetzt war. Ich dachte echt, dass mein rechtes Bein jeden Moment absterben müsste, da es richtig geschmerzt hat. Umso glücklicher war ich, als wir nach knapp 3 Stunden aussteigen konnten. Zuerst aßen wir etwas und gegen 18 Uhr sind wir zu einer Art (Gottes-)Messe gegangen, welche vom Internat organisiert wurde. Lucien (Direktor) predigte von Gott und Jesus. Da auch Menschen aus der Gemeinde da waren, hat eine Frau dauerhaft in Fon übersetzt. Er predigte mit einem unglaublichen Enthusiasmus und hat sich dauerhaft bei Gott bedankt. Es war schon übertrieben. Grundsätzlich wird nie etwas in der Stille gemacht, so beten alle immer laut, auch wenn es nur für sich selber ist. Später wurde wieder gesungen, getrommelt und getanzt (ich habe Videos gemacht und würde sie gern auf den Blog stellen, aber leider ist das Internet zu langsam, sodass es nicht möglich ist) und selbstverständlich noch mehr gebet. Selbstverständlich auch noch gefühlte zehntausend Mal bei Gott bedankt.
Da ein Mädchen Geburtstag hatte, gab es abends noch Kuchen. Immer, wenn jemand Geburtstag hat, muss diese Person eine Ansprache halten. Rolande hat mir wieder gezeigt, wie streng gläubig die Internatskinder erzogen werden. Sie hat sich für alles, also für wirklich alles bei Gott bedankt.

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2. September

Es war der erste Tag, nach der Krankheit, wieder in der Schule. Von allen Seiten wurde ich nach meiner Gesundheit gefragt und öfter kam dann auch zurück: „Grâce à dieu“ (Dank an Gott).
Abends haben wir uns entschieden, das „prière“ (Gebet) der Internatskinder zu besuchen, einfach um es mal erlebt zu haben. Pünktlich um halb 10 ging es am Internat los und wir liefen gemeinsam singend in eine Art Aula. Dort ging es weiter mit Gesang, Getrommel und Tanz. Es war einfach ein enormes Rhythmusgefühl zu spüren. Es ging lange 30 Minuten so. Der ganze Saal hat gebebt und mitgemacht, sodass echt jeder mitmachte. Man konnte nicht still stehen. Die zweite Hälfte wurde gebetet, aus der Bibel gelesen und erklärt. Insgesamt ging es über eine Stunde. Das machen die Kinder wirklich jeden Abend.

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31. August

So jetzt hat es mich zum ersten Mal erwischt und ich bin krank geworden. Am Sonntag lag ich mit 39,5°C Fieber im Bett. Das Fieber ist recht schnell gekommen und genau so schnell gestiegen. Es war also klar, dass ich am nächsten Tag einen Arzt aufsuchen werde. Die Nacht selber habe ich echt nicht gut geschlafen, lag dauerhaft wach und bin morgens direkt zum Arzt gegangen. Dazu möchte ich euch kurz etwas erzählen:

Zuerst einmal habe ich mich an der Rezeption anmelden müssen. Danach musste ich zur Kasse, welche ca. 100 Meter in einem anderen Gebäude untergebracht war. Ohne die Bezahlung wäre ich nicht zum Doktor vorgelassen worden, wobei ich gerade mal knapp 2€ zahlen musste. Unglaublich billig (für uns zumindest). Nach der Bezahlung wurde erst eine Art Krankenakte angelegt und ich habe mich ins Wartezimmer gesetzt, welches sehr gut gefüllt war. Irgendwann kam eine Krankenschwester zu mir und hat, vor allen anderen Warteten, Fieber und meinen Pulsschlag gemessen. War irgendwie schon komisch vor allen Leuten.

Es verging eine ganze Weile bis ich dann zum Arzt konnte, welcher mich dann untersucht hat. Warum das so lange gedauert hat, wurde mir im Krankenzimmer klar. Die Ärzte arbeiten nicht wirklich mit Tempo, sie machen alles schön gemütlich und lassen erst gar keinen Stress aufkommen. Der Arzt selber hat nichts groß feststellen können, sodass es entweder nur eine Grippe oder Malaria (oder eine ähnliche Krankheit, die man nur über das Blut feststellen kann) sein musste. Also entschied er sich für einen Bluttest. Hier wird bei jedem Fieber immer von Malaria ausgegangen, bis das Gegenteil bewiesen ist, da Malaria hier stark verbreitet ist. Aber wie ihr ja schon wisst, wäre auch Malaria nichts Schlimmes, wenn man es gleich behandelt. Zuerst musste ich also wieder in das andere Gebäude zur Kasse gehen und das Blutabnehmen bezahlen (ca. 1,50€), wieder zurück ins andere Gebäude und zum nächsten Raum, indem sie mir das Blut abgenommen haben. Ich habe stark darauf geachtet, dass sie eine neue Spritze wählen, was sie zum Glück auch taten. Beim Blutabnehmen hatte ich das „Glück“, dass ich eine Krankenschwester erwischt habe, die wohl gerade in der Ausbildung ist. Bevor sie mich gepikst hat, hat ihr der Arzt erst alles erklärt, wie sie das jetzt genau machen muss. Als die Nadel letztendlich drin war, hat er die ganze Zeit laut vas-y, vas-y, vas-y,…. gerufen, weil er wollte, dass sie weiter rein sticht und sich etwas beeilt. Hat man natürlich nicht so das Gefühl, dass das wirklich alles professionell ist. Aber hat ja letztendlich doch alles geklappt. Ansonsten kann man diese Räume nicht wirklich mit den Arzträumen in Deutschland vergleichen. Die Zimmer sind richtig klein und dunkel, alte Liegen und Stühle, leichter Schmutz am Boden. Die Geräte, die sie an den Körper anlegen sind sauber und immer frisch desinfiziert! Sodass alles soweit in Ordnung war.

Abends bin ich dann wieder hingefahren, um meine Blutergebnisse zu holen: Waren zum Glück negativ, sodass es wirklich nur eine kurzzeitige Grippe ist. War trotzdem sehr erleichtert. Ab Mittwoch kann ich dann wieder arbeiten gehen. Solange bin ich noch krank geschrieben. Aber mir geht’s auch wirklich schon wieder viel, viel besser! So gut wie kein Fieber mehr.

Almut ist heute nochmals ins Internat gegangen, wo alle abends immer noch gemeinsam beten.  Insgesamt hat es eine Stunde gedauert, sie haben gesungen, getrommelt und gebetet. Ich werde mir das auch nochmals persönlich anschauen und davon berichten. Almut hat aber erzählt, dass so ziemlich alle für mich gebetet haben, dass es mir wieder bald besser geht. Auch sind noch 4 Jungs später mit Almut heimgelaufen und haben gemeinsam für mich und mit mir gebetet. Die Religion hat hier eben doch noch einen ganz anderen Stellenwert wie bei uns!

In der letzten Woche, gab es nicht so viel Interessantes zu erzählen, sodass ich keinen Bericht geschrieben habe. Da wir aber wahrscheinlich am Wochenende verreisen werden, wird für dieses Wochenende wieder ein Bericht folgen. Bis bald.

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